Gaspedal und Bremse: Sympathikus und Parasympathikus
Geschrieben von Renato Götschmann · Zuletzt aktualisiert
Das autonome Nervensystem
Vieles in deinem Körper läuft von selbst: dein Herzschlag, deine Atmung, deine Verdauung, das Schwitzen. Gesteuert wird das vom autonomen Nervensystem. Es hat zwei Hauptanteile, die man sich wie Gaspedal und Bremse vorstellen kann.
Das Gaspedal: der Sympathikus
Der Sympathikus macht dich bereit für Leistung und Gefahr. Wenn er aktiv wird, schlägt dein Herz schneller und kräftiger, damit mehr Blut in die Muskeln fliesst. Die Atmung wird schneller, die Pupillen weiten sich, du beginnst zu schwitzen. Die Verdauung wird heruntergefahren, weil sie in einer Gefahrensituation nicht wichtig ist.
All das passiert bei einem Sprint, bei Freude und Aufregung – und eben auch bei Angst. Die Reaktion ist die gleiche, nur die Deutung ist eine andere.
Die Bremse: der Parasympathikus
Der Parasympathikus sorgt für Ruhe, Erholung und Verdauung. Ein wichtiger Teil davon ist der Vagusnerv, der unter anderem den Herzschlag verlangsamt. Er ist aktiv, wenn du entspannt isst, schläfst oder dich sicher fühlst.
Spannend ist: Beim Ausatmen wird der Herzschlag ganz leicht langsamer, beim Einatmen etwas schneller. Deshalb helfen Atemübungen mit langer Ausatmung – sie tippen sanft auf die Bremse.
Kein Schalter, sondern ein Zusammenspiel
Gaspedal und Bremse arbeiten nie ganz getrennt. Sie sind ständig beide ein bisschen aktiv und verschieben ihr Gewicht je nach Situation. Nach einem Alarm braucht der Körper etwas Zeit, bis die Bremse wieder überwiegt. Das ist normal und kein Zeichen, dass etwas nicht stimmt.
Das Wichtigste
- Der Sympathikus aktiviert, der Parasympathikus beruhigt.
- Angst, Sport und Freude nutzen dieselbe Körperreaktion.
- Lange Ausatmung wirkt wie ein sanfter Tritt auf die Bremse.
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