Kampf, Flucht, Erstarren – und die Botenstoffe dahinter
Geschrieben von Renato Götschmann · Zuletzt aktualisiert
Drei alte Reaktionen
Bei Gefahr hat dein Körper drei Grundprogramme: kämpfen, fliehen oder erstarren. Alle drei sind im Körper spürbar – auch wenn du einfach im Tram sitzt. Die Muskeln spannen sich an, als müsstest du gleich losrennen. Manche Menschen fühlen sich wie gelähmt oder wie in Watte gepackt: Das ist das Erstarren.
Du musst diese Reaktionen nicht ausführen. Sie sind ein Angebot deines Körpers, keine Pflicht.
Adrenalin: der schnelle Bote
Wenn der Alarm losgeht, schütten die Nebennieren innerhalb von Sekunden Adrenalin aus. Es sorgt für Herzrasen, Zittern, kalte Hände, trockenen Mund und das Gefühl, hellwach zu sein. Adrenalin wird im Körper relativ schnell wieder abgebaut – deshalb klingen diese Symptome meist nach einigen Minuten ab, sobald kein neuer Alarm nachkommt.
Cortisol: der langsame Bote
Etwas später steigt Cortisol an, ein Stresshormon, das über Stunden wirkt. Es stellt Energie bereit und hilft dem Körper, länger durchzuhalten. Bei dauerhaftem Stress bleibt Cortisol oft erhöht, was Schlaf, Stimmung und Erholung beeinflussen kann. Deshalb fühlt man sich nach einer Panikattacke oft noch lange erschöpft.
Was das für dich bedeutet
Die Symptome einer Angstreaktion sind die Folge dieser Botenstoffe – nicht die Folge einer Krankheit, die gerade ausbricht. Wenn du das weisst, kannst du die Welle eher kommen und gehen lassen, statt gegen sie anzukämpfen.
Das Wichtigste
- Kampf, Flucht und Erstarren sind uralte Schutzprogramme.
- Adrenalin wirkt schnell und wird schnell abgebaut.
- Erschöpfung danach ist normal und geht vorbei.
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Weit bietet Information und Selbsthilfe und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.