Gedanken prüfen statt glauben
Geschrieben von Renato Götschmann · Zuletzt aktualisiert
Angst spricht in Katastrophen
Bei Angst denkt das Gehirn oft in Extremen: «Ich kippe um.» «Ich bekomme einen Herzinfarkt.» «Alle schauen mich an.» Diese Gedanken fühlen sich wie Tatsachen an, sind aber Vermutungen – meist die schlimmste denkbare.
Ein zentraler Teil der kognitiven Verhaltenstherapie ist es, solche Gedanken nicht einfach zu glauben, sondern zu prüfen.
Drei Fragen an deinen Gedanken
Frag dich: Was spricht dafür, was dagegen? Wie oft ist das Befürchtete bisher tatsächlich eingetreten? Was würde ich einer guten Freundin sagen, die das denkt?
Das Ziel ist nicht, dir etwas schönzureden. Es geht um eine realistischere Sicht: «Ich hatte schon zwanzig Panikattacken und bin nie umgekippt. Mein Herz schlägt schnell, weil ich Angst habe.»
Übung macht den Unterschied
Am Anfang gelingt das vor allem, wenn du ruhig bist. Schreib typische Angstgedanken auf und notiere daneben eine realistischere Antwort. Mit der Zeit kommt dir diese Antwort auch in schwierigen Momenten schneller in den Sinn.
Das Wichtigste
- Angstgedanken sind Vermutungen, keine Tatsachen.
- Prüfen: Was spricht dafür, was dagegen?
- Realistische Antworten vorher üben.
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