Angst vor der Angst
Geschrieben von Renato Götschmann · Zuletzt aktualisiert
Der Kreislauf, der Panik am Leben hält
Nach einer ersten Panikattacke passiert etwas Typisches: Du beginnst, deinen Körper genauer zu beobachten. Ein schnellerer Herzschlag nach der Treppe, ein kurzes Schwindelgefühl, ein Stechen in der Brust – plötzlich wirkt alles verdächtig.
Dein Gehirn deutet diese harmlosen Signale als Gefahr: «Da stimmt etwas nicht.» Diese Deutung löst Angst aus. Die Angst aktiviert den Körper, das Herz schlägt noch schneller, der Schwindel wird stärker – und das scheint die Befürchtung zu bestätigen. So kann sich innerhalb von Sekunden eine Panikattacke aufschaukeln.
Warum es sich so echt anfühlt
Das Gemeine an diesem Kreislauf: Die Symptome sind echt. Du bildest dir nichts ein. Nur ihre Bedeutung ist eine andere, als die Angst behauptet. Dein Körper reagiert auf eine gefühlte Gefahr, nicht auf eine tatsächliche.
Mit der Zeit kann schon der Gedanke an eine mögliche Attacke Angst auslösen. Das nennt man Erwartungsangst: Man fürchtet sich nicht mehr vor dem Zug oder dem Laden, sondern vor der eigenen Reaktion darin.
Den Kreislauf unterbrechen
Der wichtigste Schritt ist, den Kreislauf zu erkennen. Wenn du merkst «Aha, mein Körper reagiert, und ich deute es als Gefahr», entsteht ein kleiner Abstand. In diesem Abstand kannst du neu entscheiden: ruhig ausatmen, dich orientieren, abwarten. Genau das trainierst du Schritt für Schritt mit Weit.
Das Wichtigste
- Harmlose Körpersignale werden als Gefahr gedeutet.
- Diese Deutung verstärkt die Symptome und die Angst.
- Den Kreislauf zu erkennen, ist der erste Schritt, ihn zu unterbrechen.
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